[DSW] Tag der Muttersprache: für verständliche Finanzsprache
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Fr Feb 20 10:50:45 CET 2009
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- PRESSEMITTEILUNG -
Tag der Muttersprache:
für verständliche Finanzsprache
Erlangen, 20. Februar 2009 – Wird die „Hypo Real Estate“ zur
„Pfandbriefbank“? Nach Auffassung von Sprachfreunden bietet der morgige
Internationale Tag der Muttersprache den Anlaß, sich im Finanzwesen auf eine
verständlichere Sprache ohne entbehrliche Fremdwörter zu besinnen. Am
Mittwochabend hat der Sprachausschuß der 1644 gegründeten Nürnberger Sprach-
und Literaturgesellschaft „Pegnesischer Blumenorden“ über
Fremdwortersetzungen beraten. Dabei schlug er unter anderem „Pfandbriefbank“
für die zu rettende „Hypo Real Estate“ und für „Bad Bank“ die deutsche
Entsprechung „Auffangbank“ vor. Das berichtete heute der neue Leiter des
Sprachausschusses, der Chefredakteur der DEUTSCHEN SPRACHWELT, Thomas
Paulwitz.
Unternehmen, Politiker und Medien ständen in der Verantwortung, für
Verständlichkeit und Durchsichtigkeit zu sorgen. So schrieb „Spiegel online“
mißverständlich von „Bad-Banks, die Giftassets übernehmen sollen“. Auf
englisch bedeutet „gift“ Geschenk, gemeint waren jedoch „Giftanleihen“.
Deutsche Zeitschriften mit englischen Titeln wie „Young“ und „Tomorrow“
seien offenbar veraltet und von gestern und werden eingestellt,
ironischerweise im Zuge eines „Change Programmes“ von Burda mit dem Titel
„Concentrate, Integrate, Innovate“. Paulwitz rief dazu auf, auch die
deutsche Sprache in den Mittelpunkt eines Erneuerungsprozesses zu stellen.
Eine im Januar veröffentlichte Untersuchung von „Marketagent“ fand heraus,
daß die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Banken oft unverständlich
sind. Fachleute schätzen den wirtschaftlichen Schaden, den unverständliche
Texte verursachen, auf mindestens eine Milliarde Euro jährlich. Immer mehr
Unternehmen entdecken daher wieder die Vorzüge einer verständlichen
deutschen Sprache, gerade Banken und Versicherungen. Besonders vorbildlich
hätten sich in jüngster Zeit die „ING-DiBa Austria“ und die NÜRNBERGER
Versicherung hervorgetan, so Paulwitz. Die ING-DiBa hat ihre AGB nach den
Kriterien der Verständlichkeit und Übersichtlichkeit vollständig
umgeschrieben. Die NÜRNBERGER stellt Mitarbeiter an, die
„Versicherungsdeutsch in eine allgemein verständliche und überzeugende
Sprache“ übersetzen. Die DEUTSCHE SPRACHWELT ruft Banken und Versicherungen
dazu auf, diesen Beispielen zu folgen.
Pegnesischer Blumenorden:
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Pressemitteilung:
http://www.deutsche-sprachwelt.de/berichte/pm-2009-02-20.shtml
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Die DEUTSCHE SPRACHWELT ist mit rund 80.000 Lesern die größte deutsche
Zeitschrift für Sprachpflege und Sprachpolitik. Sie erscheint
vierteljährlich und ist Sprachrohr und Plattform einer ständig wachsenden
Bürgerbewegung, die sich um die deutsche Sprache sorgt und für ein neues
Sprachbewußtsein eintritt. Die DEUTSCHE SPRACHWELT tritt für die Erhaltung
einer lebendigen deutschen Sprache ein.
Schriftleitung: Thomas Paulwitz
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