[DSW] Nach V öller-Rü cktritt: Auch Fernsehkommentatoren auswechseln

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Die Jun 29 11:11:40 CEST 2004


DEUTSCHE SPRACHWELT
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- PRESSEMITTEILUNG -

Nach Völler-Rücktritt:
Auch Fernsehkommentatoren auswechseln

Erlangen, 29. Juni 2004 ­ Nach dem Rücktritt von Rudi Völler als Trainer der
deutschen Fußball-Nationalmannschaft empfiehlt die DEUTSCHE SPRACHWELT,
aufgrund sprachlicher Fehlleistungen auch die Fernsehkommentatoren
auszuwechseln. Die Sprachzeitung greift damit eine Forderung vieler
Zuschauer auf, der ARD und ZDF, die die Fußball-Europameisterschaft
übertragen, bisher kein Gehör geschenkt haben.

Die Sprache der Fernsehreporter steht in der Kritik. Dabei geht es nicht nur
um die häufig falsche Aussprache von Namen ausländischer Spieler; nicht nur
um zu große Nüchternheit, um Schlechtreden oder Besserwisserei. "Vielleicht
hat es mit dem Mangel an Begeisterungsfähigkeit zu tun, daß sich die
Sprecher immer wieder aus der deutschen Sprache flüchten", meint
Sprachwelt-Schriftleiter Thomas Paulwitz. Auffällig sei darum der unmäßige
Gebrauch überflüssiger Anglizismen, mit dem sich das Fernsehen vom Zuschauer
entferne und ein sprachliches Eigentor schieße.

Dabei geht es nicht um eingebürgerte Fußballbegriffe wie "Fan" oder "Foul".
Man darf jedoch nicht erwarten, daß jeder Zuschauer versteht, was mit
"reversed angle" (Sicht von gegenüber) gemeint ist. Andere englische
Ausdrücke wie "Gänsehaut-Feeling" oder "big safe" für "gehalten" (diese
Anglizismen verwendete Johannes B. Kerner) sind schlichtweg überflüssig und
prahlerisch, zumindest peinlich. Wissen die Fernsehsprecher nicht, daß "man
of the match" in Deutschland "Spieler des Tages" heißt? Daß "fighting
spirit" mit "Kampfgeist" zu übersetzen ist? Soll Deutschland das 1:0 für die
englische Sprache schießen?

In EM-Netzforen wie etwa auf www.zdf.de machen sich die Zuschauer Luft.
Besonders in der Kritik stehen Reinhold Beckmann (ARD) und Johannes B.
Kerner (ZDF). Die Foren-Schreiber werden deutlich: "Wir sind Europameister
im blöden Kommentieren" kann man da lesen. Es gebe "viel zu viel
Hätte-wenn-und-aber-Gelaber". Auch die Aufforderung, "einfach Ton aus und
selber kommentieren", findet Zustimmung. Viele ärgern sich, daß sie für die
sprachlichen Fouls und Fehlpässe auch noch Gebühren zahlen müssen.

Die DEUTSCHE SPRACHWELT regt deswegen an, die Fernsehkommentatoren ins
sprachliche Trainingslager zu schicken. Es kann nicht jeder ein Herbert
Zimmermann (Hörfunkreporter des WM-Endspiels 1954) sein. Doch bietet sich
auch für das Fernsehen jetzt die Möglichkeit für einen Neuanfang,
rechtzeitig vor der Weltmeisterschaft in zwei Jahren im eigenen Lande.


Zur Pressemitteilung:
http://www.deutsche-sprachwelt.de/berichte/pm-2004-06-29.shtml


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wachsenden Bürgerbewegung, die sich um die deutsche Sprache sorgt und für
ein neues Sprachbewußtsein eintritt. Die DEUTSCHE SPRACHWELT kämpft für die
Erhaltung einer lebendigen deutschen Sprache.

Schriftleitung: Thomas Paulwitz
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