[DSW] Gegen die Aussprache "Zwanzigeins"
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Don Jan 15 10:18:53 CET 2004
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Gegen die Aussprache "Zwanzigeins"
Erlangen, 15. Januar 2004 (dsw) Gegen die Anglisierung der Aussprache von
Zahlen (etwa Zwanzigeins statt Einundzwanzig), wie sie der Bochumer
Mathematikprofessor Lothar Gerritzen anläßlich seines am 19. Januar
stattfindenden Kolloqiums zum "Zahlenaussprechsystem" fordert, wendet sich
die Sprachzeitung DEUTSCHE SPRACHWELT. "Die deutsche Weise, Zahlen
auszusprechen, ist überaus logisch und behindert keineswegs das Lernen",
erklärte der Schriftleiter der Zeitung, Thomas Paulwitz. Daß die jetzige
Aussprache Nachteile für Schüler habe, sei eine unbewiesene Behauptung und
völlig aus der Luft gegriffen.
Die Aussprache "Einundzwanzig" entspreche dem in unserer Muttersprache
verwurzelten Verständnis von Zahlen und vom Zählen, so Paulwitz. Es sei
logisch, unterhalb der Hunderter von der kleinen zur großen Zahl, vom Einer
zum Zehner zu gehen. Keineswegs sei die Aussprache "verdreht", wie Gerritzen
behauptet. Verdreht erscheine sie vielleicht Angehörigen des englischen
Sprachraums. Genauso unsinnig wäre die Forderung, daß sich die Engländer
gefälligst nach unserer Art zu sprechen richten sollten.
Andere Völker kommen mit demselben Aussprachesystem ebenfalls gut zurecht.
Die Araber, die ja die Erfinder unserer Ziffern sind, sowie Holländer oder
Norweger verwenden dieselbe Aussprachereihenfolge wie wir. Franzosen
sprechen wesentlich verwickelter: 98 zum Beispiel heißt auf französisch
quatre-vingt-dix-huit, übersetzt also vier-zwanzig-zehn-acht.
Die Verwechslungsgefahr in der Kommunikation und wirtschaftliche Schäden
würden mit einer Sprachreform anders als Gerritzen behauptet nicht
kleiner, sondern im Gegenteil größer: Mit "20-1" statt "Einundzwanzig" käme
es einerseits innerhalb des deutschen Sprachraumes zu mehr Verwechslungen,
weil auf lange Sicht zwei Aussprachesysteme nebeneinander bestünden;
andererseits würde es für Ausländer schwieriger, Deutsch zu verstehen, weil
sie zwei Aussprachearten lernen müßten, um alle Deutschen zu verstehen.
Paulwitz warnt: "Es wäre für die deutsche Sprache nur schwer zu verkraften,
nach dem Rechtschreibchaos jetzt auch noch ein solches Aussprachechaos zu
schaffen!"
Zur Pressemitteilung
http://www.deutsche-sprachwelt.de/berichte/pm-2004-01-15.shtml
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Schriftleitung: Thomas Paulwitz
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