[DSW] Dialekt verr ä t Geburtsort Tilman Riemenschneiders
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Sam Jan 20 18:05:52 CET 2001
@ Dialekt verrät Geburtsort Tilman Riemenschneiders
20. 01. 2001 (pau) Tilman Riemenschneiders eigener Dialekt hat den
Geburtsort des bedeutendsten spätgotischen Bildhauers (etwa 1460 bis 1531)
verraten. Höchstwahrscheinlich wuchs Riemenschneider im nordthüringischen
Heiligenstadt auf. Das fand der Sprachwissenschaftler Matthias A. Fritz von
der Freien Universität Berlin heraus. Fritz untersuchte eine
Gebetsinschrift, die sich auf dem Mantelsaum einer wahrscheinlich um 1505
von Riemenschneider geschaffenen Lindenholzfigur des Apostels Matthias
befindet. Das Gebet weist Merkmale eines ganz bestimmten Dialekts auf, der
im Obereichfeldischen in Nordwestthüringen gesprochen wird. Er vereinigt in
sich Merkmale der nieder- und der oberdeutschen Lautung. Das Wort “muder³
(Mutter) mit niederdeutschem “d³ und die Verbform “pit³ (bitten) mit
oberdeutscher Wandlung von “b³ zu “p³ stellen eine ungewöhnliche Kombination
aus Nieder- und Oberdeutsch dar, die für die obereichsfeldische Mundart
typisch ist. Von Heiligenstadt in Eichsfeld hatte man bisher nur vermutet,
daß es Tilman Riemenschneiders Geburtsort ist, weil möglicherweise sein
Vater 1465 von Heiligenstadt nach Osterode/Harz gezogen war.
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